Über 200.000 Hektar verbrannt, mindestens 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht und mehrere Milliarden Euro an Schäden – die diesjährigen Waldbrände in Spanien und Frankreich sind überdurchschnittlich heftig. Die Initiative »World Weather Attribution«(WWA) kommt in ihrem neuen Bericht[1] zu dem Schluss, dass zukünftig solche Brände in Frankreich doppelt so wahrscheinlich, in Spanien sogar 20-mal so wahrscheinlich auftreten werden wie heute.
Erst im vergangenen Jahr verzeichnete Europa ein Rekordhoch an Waldbränden. 2026 liegt im Vergleich nur knapp dahinter. Zukünftig sei mit häufigeren und stärkeren Waldbränden zu rechnen. Zum ersten Mal in Frankreichs Geschichte ist dort in diesem Jahr eine »Feuerwolke« aufgetreten – ein Wetterphänomen, das durch große Waldbrände entstehen kann und starke, unvorhersehbare Winde erzeugt. Waldbrände mit Feuerwolken sind aus Kalifornien und Kanada bekannt und deutlich schwieriger zu löschen.
Schon länger sagen Klimamodelle voraus, dass die globale Erwärmung auch immer häufigere und intensivere Hitzewellen mit sich bringen wird. Bestätigt wird dies durch Attributionsstudien, nach denen es die immer neuen Hitzewellen und Temperaturrekorde der letzten Jahre ohne den Klimawandel so nicht gegeben hätte. Nach dem Hitzesommer von 2018 folgten gleich mehrere für Europa rekordtrockene und heiße Jahre, der Sommer 2023 brach dann erneut Rekorde.
Hitzewellen und Klimawandel
Ausgelöst werden Hitzewellen bei uns in der Regel durch sogenannte Omega-Wetterlagen, auch als Hochdruckbrücke bekannt. Dabei bildet sich eine langgestreckte Zone hohen Luftdrucks über West- und Mitteleuropa, die an beiden Seiten von Tiefdruckgebieten begrenzt wird. Dieses großräumige Zirkulationsmuster führt zu einer Verschiebung des Jetstreams nach Norden. Dadurch entsteht eine Wetterlage, in der warme Luft aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika ungehindert nach Europa einströmen kann. Zwar hat es solche Hitzestaus und Omega-Wetterlagen auch früher schon gegeben, zuletzt unter anderem 2003 und 2018. Was sich aber geändert hat, sind die Temperaturen, die diese Wetterlagen heute mit sich bringen: Eine vergleichbare Juni-Hitzewelle wäre 1976 um 3,5 Grad kühler gewesen als heute.
Im Jahr 2003 wäre eine solche Hitzewelle noch rund zwei Grad kühler ausgefallen. Ursache dafür sind die durch den Klimawandel allgemein höheren Temperaturen. Sie treffen heute auf eine Atmosphäre, die durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas bereits deutlich aufgeheizt ist. Nach Einschätzung der WWA-Fachleute ist der menschengemachte Klimawandel deshalb der entscheidende Verstärker.[2] Nach Ansicht der Forschenden bestätigt die Klimaentwicklung 2026 schon jetzt, dass extreme Hitze auch in Mitteleuropa keine absolute Ausnahmeerscheinung mehr ist. »Extreme Hitze wird zu einem immer bedeutenderen Klimarisiko für Europa«, konstatieren die Autoren vom CEDIM.
Besonders problematisch ist die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Sie erschwert es dem Körper, sich durch die Verdunstung von Schweiß abzukühlen. Die Forschenden untersuchten deshalb auch die sogenannte wet-bulb globe temperature, kurz WBGT. Dieser Hitzestress-Index berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind. Doch die Hitze trifft nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Einkommen. Die beiden Extreme wirken zusammen also stärker als jeweils für sich allein. Als Ursachen nennen die Forscher unter anderem Gesundheitsbelastungen, sinkende Arbeitsproduktivität, Ernteausfälle sowie Beeinträchtigungen durch Wassermangel oder zu warmes Wasser, etwa bei Kraftwerken und beim Schiffsverkehr.
In dieser Intensität und Dauer sind die Temperaturen Ausdruck einer sich erhitzenden Erde, des Klimawandels. »Die Hitzewelle vom Juni 2026 war eine der extremsten und außergewöhnlichsten, die jemals in Europa beobachtet wurde«, sagt Susanna Mohr vom Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology. 41,8 Grad erreichte das Thermometer in Sachsen-Anhalt. Zur Erinnerung: Dort steht nach den Prognosen die AfD, die den Klimawandel leugnet und Klimaschutz für unsinnig hält, mit einer Zustimmung bis zu 41% davor Regierungsverantwortung übernehmen. Bis 1990 waren vier Hitzetage normal. Das meint Temperaturen über 30 Grad. Ab 2010 sind es schon elf, 2018 waren es 20 Hitzetage. Die Bayerische Staatsregierung meldet allein für den Juni 2026 zwölf bis 15 Hitzetage.

Es ist eben nicht mit ein wenig mehr Trinken, einem Sonnenschirm und einem Eiswürfel im Dekolleté getan.Zu den hohen Temperaturen kommt ein Niederschlagsdefizit. Bereits der Winter brachte mit rund 135 Litern pro Quadratmeter nur etwa 75% des langjährigen Niederschlagsmittelwerts. Bundesweit fielen im Frühling nur etwa 126 Liter pro Quadratmeter, das entspricht 68 bis 70% des Normalwerts. Auch der Juni lag mit rund 66 Litern pro Quadratmeter unter dem vieljährigen Mittel von 85 Litern. Mancherorts gab es dennoch Starkregen und ein paar Kilometer weiter fiel gar kein einziger Tropfen.
Nicht allein der Regenmangel, sondern die durch den Klimawandel verstärkte Verdunstungtreibt die Trockenheit. Das Risiko einer Dürre ist heute in Westeuropa etwa fünfmal, in Osteuropa etwa elfmal höher als vor der Industrialisierung.
Verdrängen, aufweichen, leugnen
Zwischen einer Hitzewelle und dem fünften Jahrestag der Ahrtal-Flut platzierten Industrieverbände und -gewerkschaft, wirtschaftsnahe Institute und CDU-Kreise die Forderung, Deutschland solle sein Klimaziel für 2045 aufgeben und erst 2050 mit dem Rest der EU klimaneutral werden. Der »deutsche Sonderweg« schade dem Industriestandort. Nach Ansicht des Chefs der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und des Vorstandsvorsitzenden von RWE, Markus Krebber, würde eine Verschiebung des Zieldatums eine Möglichkeit zur Entlastung der deutschen Industrie nach Jahren der Rezession und Stagnation bieten.
Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Digitalministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus. Wer den Unternehmen 2039 die Brücke wegnehme, bevor das andere Ufer erreichbar sei, dürfe sich nicht wundern, wenn niemand mehr investiere, sagte Connemann. »Wir wollen weniger CO2, nicht weniger Industrie, deshalb muss der Emissionshandel zur Wirklichkeit passen.« Die Gewerkschaft IGBCE fordert laut Welt am Sonntag in einem noch unveröffentlichten Positionspapier ebenfalls, das jährliche Abschmelzen von CO2-Emissionsberechtigungen in Deutschland zeitlich zu strecken. Der Schritt solle nicht 2045, sondern wie im Rest Europas erst 2050 enden.
Wurde nach der Ahrtal-Katastrophe wenigstens um 180 Tote getrauert (von den bis heute aufgelaufenen Kosten von nahezu 40 Mrfd. Euro gar nicht zu reden), kann sich die schwarz-rote Koalition bis heute nicht dazu durchringen, öffentlich auf den neuen Bericht des Robert Koch-Instituts zu reagieren, wonach infolge des Extremwetters 2026 allein bis Ende Juli über 10.000 Menschen in Deutschland starben. Und die Tendenz ist steigend: Der Klimawandel ist ja im Gange und kann nicht mehr gestoppt, sondern bestenfalls gebremst werden – falls die Industriestaaten ernst machen mit dem CO2-Ausstieg. Deutschlands Anteil an den globalen Emissionen steigt aber weiter. Schon jetzt liegt unser Pro-Kopf-Ausstoß 1,5-mal über dem internationalen Schnitt und zehnmal über dem in Bangladesch, das besonders unter dem Klimawandel leidet. Ein späterer Umbau würde zudem teurer, weil mehr Investitionen in kürzerer Zeit nötig wären.
Bedeutungsverlust und Klimaaversion
Zum Hitze-Start in den Sommer 2026 zeigen aktuelle YouGov-Daten[3] ein bemerkenswertes Paradox: Die folgenden Absätze sind aus dem YouGov-Bericht entnommen: »Eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland hält den (menschengemachten) Klimawandel für real, doch die Bedeutung des Themas ist für sie in den letzten Jahren stark gesunken. Neue YouGov-Daten zeigen, was der Bedeutungsverlust mit ›Klimaaversion‹ zu tun hat. Während Ende 2021 noch etwa ein Drittel (34%) der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Umwelt- und Klimaschutz als eines der drei wichtigsten Themen in Deutschland genannt haben, tun dies Mitte 2026 nur noch 16% der Befragten.
Nicht nur die Bedeutung des Klimawandels in der gesellschaftlichen Prioritätensetzung nimmt ab, auch die persönliche Sorge um den Klimawandel verliert an Intensität. 2021 lag der Anteil der Menschen, die sich als sehr oder etwas besorgt um den Klimawandel bezeichneten, noch bei 66%, 2026 sind es 63%. Dabei fällt auf, dass in diesem Zeitraum vor allem der Anteil der ›sehr‹ Besorgten von 33% auf 29% gefallen ist. Auf der anderen Seite geben 2026 34% der Befragten an, diesbezüglich überhaupt nicht oder eher weniger besorgt zu sein. 2022 waren es nur 27%, die diese Angabe machten.
Betrachtet man die Wählergruppen der Bundestagswahl 2025, wird sichtbar, dass Wählerinnen und Wähler der Grünen (96%), von Die Linke (87%) und der SPD (83%) besonders besorgt sind (sehr besorgt + etwas besorgt). Unter Wählerinnen und Wählern der AfD sorgt sich hingegen nur ein Viertel (25%) um den Klimawandel. Im zeitlichen Vergleich seit der Bundestagswahl 2025 fällt auf, dass Wählerinnen und Wähler der Grünen die einzige Wählergruppe sind, die sich gleichbleibend als ›sehr besorgt‹ bezeichnen (2025: 69%, 2026: 69%). Bei allen anderen Wählergruppen lässt zumindest die Intensität der Sorge nach. Trotzdem liegt der Anteil derjenigen, die angeben mindestens etwas besorgt zu sein, bei allen Parteien außer der AfD bei über 50%.«
Konsens über den menschengemachten Klimawandel stabil auf hohem Niveau
»Trotz Einbußen in der Priorisierung bleibt der Glaube an den Klimawandel in den letzten Jahren stabil. 90% der Befragten sind der Meinung, dass sich das Klima verändert. 70% sind der Ansicht, dass dies aufgrund menschlicher Aktivitäten geschieht. Im Vergleich zu 2022 nimmt die Zustimmung zur Aussage ›Das Weltklima verändert sich aufgrund menschlicher Aktivitäten‹ sogar um 7 Prozentpunkte zu (2022: 63%; 2026: 70%). Doch auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Wählergruppen. Unter Wählerinnen und Wählern der Grünen glauben lediglich 3%, dass sich das Weltklima nicht oder nicht aufgrund menschlicher Aktivitäten verändert, während über die Hälfte der Wählerinnen und Wähler der AfD (56%) diese Ansicht vertreten. In anderen Wählergruppen liegt der Anteil derjenigen, die nicht an die (menschengemachten) Veränderungen des Klimawandels glauben, bei jeweils unter einem Fünftel (Union: 16%, SPD: 11%, Die Linke: 9%).«
Die Daten zeigen also ein Paradox: Während der Konsens über den menschengemachten Klimawandel in großen Teilen der Bevölkerung stabil bleibt, nimmt die Bedeutung des Themas für Bürgerinnen und Bürger dennoch drastisch ab. Wie passt das zusammen?
Neue Dimension: Klimaaversion statt Klimaskepsis
Daten zum Thema Klimaaversion aus dem aktuellen YouGov Omnibus Politik können einen Hinweis darauf geben, dass Teile der wahlberechtigten Bevölkerung das Thema zu verdrängen versuchen. »Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) geben an, das Gefühl zu haben, beim Thema Klimawandel nichts bewirken zu können. Ähnlich viele (55%) berichten, sich nicht aktiv über den Klimawandel zu informieren, und ein relevanter Teil (41%) macht sogar die Angabe, dass er versucht, nicht über den Klimawandel nachzudenken. Umgekehrt trifft auf ein gutes Drittel (35%) die Aussage nicht zu: ›Ich habe das Gefühl, beim Thema Klimawandel nichts bewirken zu können‹, vier von zehn (41%) geben an, sich aktiv über das Thema zu informieren, Und gut die Hälfte (52%) verneinte, bewusst zu versuchen, nicht über den Klimawandel nachzudenken.
Gleichzeitig zeigt sich ein gespaltenes Bild bezüglich der Beurteilung der Lösbarkeit: 43% glauben, dass der Klimawandel noch wirksam bekämpft werden kann, während 44% dieser Aussage nicht zustimmen. Uneindeutig ist auch die Wahrnehmung der medialen Präsenz: 43% der Befragten finden, dass die Klimadebatte in Politik und Medien nicht genug Raum einnimmt, während 48% gegenteiliger Meinung sind. Dabei zeigen sich auch hier klare Unterschiede zwischen den Wählergruppen: Während beispielsweise unter Wählerinnen und Wählern der Grünen (87%) und von Die Linke (69%) jeweils eine eindeutige Mehrheit der Auffassung ist, die Klimadebatte nehme nicht genug Raum ein, sind es unter SPD-Wählerinnen und -Wählern nur etwas mehr als die Hälfte (55%). Unter Wählerinnen und Wählern von CDU/CSU (34%) sowie der AfD (15%) sind sogar deutlich weniger als die Hälfte dieser Ansicht.
Neben anderen möglichen Erklärungen wie einem Gewöhnungseffekt oder der Konkurrenz durch andere gesellschaftliche Krisen deuten die Daten darauf hin, dass der Klimawandel in Teilen der Bevölkerung nicht geleugnet, sondern vielmehr verdrängt wird. Obwohl Bürgerinnen und Bürger die Existenz und den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel überwiegend anerkennen, gehen damit häufig Gefühle der Ohnmacht sowie Zweifel an der Bekämpfbarkeit des Klimawandeln einher.«
Klimakrise: Was kostet das Nichtstun?
In diese paradoxe Stimmung hinein verstärken Stellungnahmen aus den Unionsparteien die Tonart: Klimaschutz sei zwar wichtig, aber nicht auf Kosten der Industrie. »Klimaschutz durch Deindustrialisierung kann nicht unser Anspruch sein«, so die CDU-Politikerin Gitta Connemann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Franz-Josef Laumann (CDU) beklagte, hohe CO2-Preise würden die Chemieindustrie zu sehr belasten. Und der CDU-Bundestagabgeordnete Tilman Kuban erklärte sogar, es reiche auch, Deutschlands Klimaschutzziel nur zu 80% zu erfüllen. Jetzt schon alles auf 100% zu planen, mache es einfach nur wahnsinnig teuer und sorge dafür, dass Deutschland weniger wettbewerbsfähig sei, so Kuban.
Dagegen argumentiert die Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: »Nicht Klimaschutz ist teuer, sondern das Nicht-Handeln.« Klimaschäden seien längst Realität, so Kemfert. Bis 2050 könnten die volkswirtschaftlichen Schäden je nach Szenario auf 280 bis 900 Mrd. Euro steigen. Allein die aktuelle Hitzewelle Ende Juni habe Deutschlands Wirtschaft 6,3 Mrd. Euro gekostet, errechnete das private Forschungsunternehmen Prognos im Auftrag des »Handelsblatt«.
In der letzten TV-Sendung »Panorama« des NDR klagten viele Unternehmen bereits über hohe Kosten, die ihnen durch die Folgen des Klimawandels entstehen. Der Schokoladenhersteller Rittersport aus der Nähe von Stuttgart zum Beispiel berichtet über Herausforderungen beim Kakaoanbau. Längere Dürreperioden und intensivere Niederschläge führten zu Ertragseinbußen, so Hauke Will, der im Unternehmen für die landwirtschaftliche Produktion verantwortlich ist.
Auch bei dem Containerlogistiker Contargo führen mehr Extremwettereignisse zu steigenden Kosten. Am Terminal in Neuss erklärt die Nachhaltigkeitsmanagerin des Unternehmens, Kristiane Schmidt, wenn z.B. durch Hitzeperioden der Rheinpegel sinke, könne Contargo die Schiffe nicht voll beladen. So müssten sie zum Beispiel in neue Schiffe investieren, die auch bei Niedrigwasser fahren könnten.
Der Outdoorausrüster Vaude aus Tettnang in Baden-Württemberg produziert nicht nur in Deutschland, sondern auch in Asien. Dort komme es inzwischen aufgrund von Taifunen und Überschwemmungen häufiger zu Verzögerungen, erzählt die Geschäftsführerin Antje von Dewitz. »Wir haben dann Umsatzverluste, weil die Ware zu spät angeliefert wird«, so von Dewitz. Die Vaude-Chefin bedauert, dass zu wenig über die Kosten gesprochen werde, die der Wirtschaft durch die Folgen des Klimawandels entstünden.
Das Wirtschaftsministerium erklärt auf Anfrage, dass eigene Berechnungen dazu nicht vorliegen. Diese wären auch mit einer Vielzahl von Unsicherheiten verbunden. Außerdem sei das Bundesministerium für Klimaschutz für solche Klimafolgenabschätzungen zuständig. Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) lässt erklären, man arbeite an einem nationalen Monitoringprogramm, das solche Schäden systematisch erfasse.
Angesichts solcher Starrheiten ist nur zu hoffen, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit ihrer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wenigstens das Gebäudemodernisierungsgesetz stoppen kann. Rückenwind erhält die DUH durch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages: Die Expert*innen äußern erhebliche verfassungsrechtliche Zweifel am GModG-Entwurf. Ihr Kernargument: Das Gesetz verschiebe CO₂-Reduktionslasten unverhältnismäßig in die Zukunft. Laut Prognosen des Öko-Instituts würde Deutschland im Jahr 2044 allein durch die vom GModG verursachten Heizungsemissionen rund 60% seines verbleibenden nationalen CO₂-Budgets verbrauchen.
Gut, dass es immer wieder Initiativen gibt, die der kontraproduktiven Politik der Bundesregierung Einhalt gebieten wollen.
Björn Radke, Co-Sprecher OV-Trave-Land
Anmerkungen
[1] https://mcusercontent.com/854a9a3e09405d4ab19a4a9d5/files/991693bb-7705-758d-7e08-90fcdf81c3f4/WWA_Press_Release_France_Spain_wildfires.pdf.
[2] CEDIM Forensic Disaster Analysis Report, doi: 10.5445/IR/1000195086; WWA Scientific Report – European Heatwave, doi: 10.25560/130926, Science Media Center.
[3] Die vorliegenden Daten wurden von YouGov Deutschland als Eigenstudien im YouGov Omnibus Politik durchgeführt. Sie basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des unternehmenseigenen YouGov Panels. Die Mitglieder des Panels haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt.
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