In einigen Gemeinden des Amtes Trave-Land sorgt der Ausbau der Windkraft für Unsicherheit und kritische Stimmen. Die Menschen vor Ort sind von diesen Veränderungen direkt betroffen, und die Herausforderungen unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. In bewusster Adaption des Angebots des Formats „Dialog“, welches schon im März zum gut besuchten „ AGRAR-Dialog – Zukunft der Landwirtschaft“ führte, luden die beiden Ortsvorstände Bad Segeberg und Trave-land der GRÜNEN zu einem „Energie-Dialog- Windkraft vor Ort“ mit Dr. Ulrike Täck, Sprecherin für Energie und Kreislaufwirtschaft (MdL) am 25. Juni ins Dorfhaus in Weede ein. In einem Flyer erläuterten die Veranstalter, dass es ihnen wichtig sei, nicht über die Köpfe der Bürger:innen hinweg zu entscheiden, sondern den direkten Dialog zu suchen, Fragen beantworten und gemeinsam gegen Gerüchte und Fehlinformationen mit Fakten und Transparenz vorgehen.

Die Resonanz auf dieses Angebot entsprach den aktuellen Umständen. Hitzewelle und Fussball-WM trugen sicher dazu bei, dass sich knapp 20 Interessierte einfanden. Überwiegend interessierte grüne Mitglieder aus Bad Segeberg und Trave-Land, aber auch drei Bürgermeister aus den Wakendorf (Dieter Bohn), Bühnsdorf (Ulli Weber) und Weede (Herr Studt in Vertretung des Bürgermeisters Bernd Sulimma).

Nach einem ersten Einstieg durch Ulrike Täck, die schnell die Aufmerksamkeit der Anwesenden durch ihre konkrete und faktenreiche Darlegung des Standes des Windenergieausbaus in Schleswig-Holstein mit allen Fortschritten und auch Hindernissen gewann, entspann sich ein intensiver Austausch zwischen den Bürgermeistern und der Referentin. Für die anderen Anwesenden wurde sichtbar, vor welchen Herausforderungen Gemeinden stehen, die sich entschieden haben ein Windenergieprojekt bei sich anzustoßen. Wobei deutlich wurde, dass dies weniger betrieben wird durch den Eindruck des Klimawandels, als vielmehr aufgrund der knappen Kassen zur Bewältigung notwendiger Infrastrukturmaßnahmen.
Ulrike nahm sich am Ende die Zeit noch einmal deutlich zu machen, wie wichtig es sei, die Planung von Windenergie so zu gestalten, dass sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort erfolgt. Eine frühzeitige Aufklärung und eine ehrliche Kommunikation über Chancen und Risiken sind die Basis, um Vorbehalte abzubauen und Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu treffen. Dazu nannte sie verschiedene Modelle der finanziellen Beteiligung, die den Anwohner:innen direkt zugutekommen, sowie über die Sicherung der regionalen Wertschöpfung und zusätzliche Einnahmen für unsere Gemeinden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der entscheidende Schlüssel, um unsere Klimaziele zu erreichen und die gefährliche Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu beenden.
Nicht nur die Bürgermeister haben für sich positive Anregungen aus dem Dialog mitgenommen. Ein konstruktiver Abend, der unter anderen Umständen sicher mehr Interesse gefunden hätte.
Unser Dank geht an den Gemeinderat Weede, der diesen Abend in seinem Dorfhaus ermöglicht hat und besonders Frau Hartung, die den Raum vorbereitet und uns mit Getränken versorgt hat.
Björn Radke, Co-Sprecher OV-Trave-Land
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